Ein S-Bahnnetz für Osnabrück? Auch wenn eine S-Bahn nach Großstadt klingt und daher auf den ersten Blick für das eher beschauliche Osnabrück eine Nummer zu groß, wäre ein derartiges vorgestelltes Netz fast die einfachste Alternative, einen schienengebundenen Nahverkehr aufzubauen bzw. zu beleben. Ausgehend von dem von hier vorgestellten Netz sollen die Vor- und Nachteile einer S-Bahn dargelegt werden.

Mögliches S-Bahn-Netz für Osnabrück (anklicken zum Vergrößern)

Konzept:

Das Netz besteht aus drei Linien und folgt im Grunde den bisher vorhandenen Regionalbahnlinien der DB oder NWB. Kernstück des Netzes ist die Benutzung bereits vorhandener Gleise und Bahnhöfe, lediglich im Stadtgebiet sollten zur besseren Erschließung einige neue Haltepunkte errichtet werden. Jede der Linien sollte im 30-Minuten-Takt verkehren, so dass auf den Achsen Eversburg - Hauptbahnhof und Hauptbahnhof - Wüste alle 15 Minuten eine Bahn fährt. Über die genaue Linienführung lässt sich sicherlich streiten, genauso möglich wäre beispielsweise ein Tausch der westlichen Linienäste der S1 und S2, so würde eine S2 Melle - Ibbenbüren der heutigen Regionalbahn entsprechen.

Vorteile:

  • S-Bahn attraktiver als Regionalbahn, zudem verlässlicher 30-Minuten-Takt tagsüber
  • komfortable Triebzüge im Stile der Talenttriebwagen der NWB mit Fahrrandmitnahme
  • Tarif muss in den bestehenden Tarik der Stadtwerke (Busnetz) eingearbeitet werden
  • an den Haltepunkten Anschluss an bestehende oder neu zu ordnende Buslinien
  • Buslinie 92 nach Hörne könnte bis Heidkamp verkürzt werden
  • Buslinie 21 könnte zum Anschluss des neuen Haltepunktes Pagenstecher Str. einen kurzen Schlenker fahren, um Studenten direkt von der S-bahn zur FH/Uni zu bringen, noch eleganter wäre dies mit einer Straßenbahn zu handhaben, dazu näheres im Plan "Straßenbahn"
  • komfortarble An- und Abreise zu Großereignissen im Stadtgebiet, wie etwa VfL-Heimspiele oder Jahrmarkt vom Haltepunkt Osnatel-Arena oder von der Maiwoche
  • Verlängerungsmöglichkeiten der Linien möglich, z.B.: S1 von Bramsche bis Cloppenburg und von Melle nach Bad Oeynhausen, S2 von Ibbenbüren nach Rheine und von Hasbergen bis Lengerich oder gar Münster, S3 von Belm nach Bohmte und von GM-Hütte über Rothenfelde bis Halle oder Bielefeld
  • Ausbau des Netzes zu einem S-Bahnnetz des Städtedreiecks Osnabrück, Münster und Bielefeld möglich
  • die derzeit fahrenden (meist stündlich) Regionalbahnen könnten in das Netz eingebaut werden und innerhalb des Netzes als S-Bahn OS verkehren, außerhalb wie gehabt als Regionalbahn. Das hätte den Vorteil, dass man vorhandenes Zugmaterial mitbenutzen könnte und lediglich ein zusätzlicher Zug pro Stunde und Strecke nötig wäre, um auf den 30-Minuten-Takt zu kommen

Nachteile:

  • das S-Bahnnetz erschließt die Osnabrücker Innenstadt leider nur peripher mit den Haltepunkten Hasetor im Norden, Hauptbahnhof in Osten und Rosenplatz im Süden, ein Umstieg in den Bus ist daher oft unausweichlich. Die Fahrpläne der Busse müssten auf die Fahrzeiten der Bahn abgestimmt werden. Alternative: eine Straßenbahn erschließt die Innenstadt oder die S-Bahn wird als Stadtbahn durch die Innenstadt geleitet (siehe nächsten Unterseiten)
  • kostenintensive neue Errichtung der Haltepunkte im Stadtgebiet
  • die Strecken der DB sind bereits jetzt stark befahren, es ist fraglich, ob die Gleise eine zusätzliche Benutzung durch die S-Bahn verkraften, betroffen ist hier vor allem die Nord-Süd-Relation zwischen Bremen und Hasbergen, zur Absicherung des Betriebes wäre hier vielleicht doch die Errichtung neuer Gleise parallel zur vorhandenen Strecke nötig
  • die einzelnen Strecken befinden sich heute in der Hand verschiedener Betreiber (NWB, Westfalenbahn, DB), es dürfte schwierig sein, alle Betreiber auf einen gemeinsamen Nenner für eine S-Bahn OS zu bekommen, eventuell muss hier die nächste Ausschreibungsphase für die jeweiligen Strecken abgewartet werden

Fazit:

Eine S-Bahn für Osnabrück ist durchaus im Bereich des Möglichen und dürfte gegenüber den anderen von mir entwickelten Alternativen eines schienengebundenen Nahverkehrs die wenigstens Kosten verursachen. Nichtsdestotrotz darf man die Kosten für die Errichtung neuer Haltepunkte sowie die Anschaffung zusätzliche Züge nicht vergessen. Wichtig wäre auf jeden Fall, dass die Vermarktung einer S-Bahn OS offensiv ausgeführt wird und die S-Bahn in das bestehende Tarifsystem eingegliedert wird. Letztlich sollte ein S-Bahnnetz aber nur ein erster Schritt sein, die perfekte Symbiose ergibt sich erst gemeinsam mit einer Straßenbahn bzw. Stadtbahn, um auch die Innenstadt perfekt zu erschließen.

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