
Was versteht man unter einer Stadtbahn und wie ist der Begriff gegenüber einer Straßenbahn abgegrenzt? Im Grunde gibt es keine einheitliche Definition, je nach Stadt werden die Begriffe anders interpretiert. Meist geht eine Stadtbahn eher in Richtung leistungsfähigerer Systeme, etwa in Stuttgart. Merkmal ist oft die Führung innerhalb der Innenstädte durch Tunnelanlagen, derartiges kommt für Osnabrück natürlich nicht in Betracht. Allerdings kann man den Begriff Stadtbahn auch so verstehen, dass die Züge in der City auf Straßenbahngleisen fahren und in den Außenbezirken normale Eisenbahngleise mitbenutzen. Beispiele für eine derartige Verknüpfung gibt es beispielsweise in Karlsruhe, Kassel oder neuerdings auch in Saarbrücken.
Auf Osnabrück bezogen würde das bedeuten, dass beispielsweise der Haller Willem über eine Rampe von der Eisenbahnstrecke auf neu zu bauende Gleise im Straßenraum wechselt und man ohne Umstieg von Bramsche, Georgsmarienhütte oder Melle direkt zum Neumarkt gelangt.
Das klingt auf den ersten Blick toll und hat sicherlich seine Vorzüge, doch die Probleme dürften bei diesem Konzept überwiegen. Allen voran wären da die Hochbahnsteige für eine Stadtbahn zu nennen. Diese in das vorhandene Stadtbild einzufügen wäre ein kaum schaffbarer Versuch. Zudem sind bei einer Stadtbahn andere Kurvenradien zu beachten als für eine normale Straßenbahn, so dass der Innenstadtbereich schlechter erschlossen würde. Trotzdem wäre eine Stadtbahn in Osnabrück möglich. Ein Gutachten aus den 90er Jahren hat bewiesen, dass es die baulichen Möglichkeiten gäbe.
Letztlich wäre eine Stadtbahn sicherlich für Osnabrück die größte Lösung und daher auch die unwahrscheinlichste. Die Kosten für ein System, welches den Kern der Stadt gut erschließt, Buslinien obsolet macht und auf dem Land kleinere Gemeinden a die City anbindet, dürften kaum zu stemmen sein, ohne von den baulichen Problemen zu reden. Meine Empfehlung ist daher eindeutig ein normales Straßenbahnsystem wie hier dargestellt, ergänzt von einem besseren Netz von Regionalahnlinien, die unter einer gemeinsamen Firmung als S-Bahn sicherlich große Fahrgastzuwäche gewinnen könnten, wenn neue Haltestellen in Stadtnähe und Umsteigeknoten zur Straßenbahn ins Auge gefaßt werden.